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10 Jahre interdisziplinäre Frühförderung im Sozialgesetzbuch (SGB) IX

10 Jahre interdisziplinäre Frühförderung im Sozialgesetzbuch (SGB) IX

Kreis Kleve als Vorreiter in NRW bei der Umsetzung der Komplexleistung.

Kreis Kleve: Viele Eltern sind verunsichert, wenn ihnen mitgeteilt wird, dass ihr Kind entwicklungsverzögert, möglicherweise behindert oder von Behinderung bedroht ist. Doch anders als noch vor einem Jahrzehnt finden solche Familien heute in interdisziplinären (fachübergreifend arbeitenden) Frühförderstellen Hilfe.

Landrat Wolfgang Spreen: „Investition in die Zukunft“

Am 1. Juli 2001 trat das SGB IX mit der neuen gesetzlichen Regelung zur Frühförderung behinderter und von Behinderung bedrohter Kinder in Kraft. Es schuf die Voraussetzungen für ein medizinisch-therapeutisches und heilpädagogisches Hilfsangebot als Komplexleistung für die Be-troffenen und gab gleichzeitig den Startschuss für die Errichtung interdisziplinärer Frühförderstellen. Diese arbeiten auf der Grundlage eines Förder- und Behandlungsplanes und koordinieren die Hilfe so, dass jedes Kind ganzheitlich gefördert werden kann. Da der Gesetzgeber eine Kostenteilung zwischen dem Kreis als Sozialhilfeträger und der Krankenkasse vorsieht, entstehen den betroffenen Eltern keine Kosten. Landrat Wolfgang Spreen: „Bei Kindern  im Vorschulalter besteht eine hohe Aufnahme und Lernbereitschaft. Eine sachgerechte interdisziplinäre Frühförderung vermag Entwicklungsverzögerungen aufzuholen und begünstigt die Integration in die Gemeinschaft. Ich freue mich, dass der Kreis Kleve jährlich rd. 600.000 € zur Verfügung stellt, um den Kleinsten die besten Voraussetzungen für einen guten Start in die Schullaufbahn zu ermöglichen; eine Investition in die Zukunft.“

Vorreiterrolle in NRW

Ein Rückblick nach 10 Jahren zeigt, dass sich die Umsetzung und Ausgestaltung dieser gesetzlichen Vorgabe vor Ort sehr unterschiedlich entwickelt hat. Die Frühförderstelle für den Kreis Kleve war landesweit eine der ersten Einrichtungen, die interdisziplinäre Behandlungen von Säuglingen und Kleinkindern angeboten hat. Sie wurde bereits 1981 durch die Lebenshilfe Gelderland und die Aktion St. Nicolaus unter Beteiligung des Kreises Kleve gegründet. Sie nimmt somit eine Vorreiterrolle in NRW ein. Von Beginn an hat der Kreis Kleve den Aufbau und Ausbau der Frühförderstelle sowohl finanziell als auch ideell unterstützt.: „Ich bin sehr froh, dass wir aufgrund der Unterstützung durch den Kreis Kleve dieses Angebot der Komplexleistung aufbauen und ausbauen konnten. Unsere Erfahrung zeigt, dass eine frühe und fachlich aufeinander abgestimmte Förderung effektive Hilfe bedeutet, denn jedes Kind kann viel erreichen!“, unterstreicht Doris Daniels, Geschäftsführerin der Frühförderstelle für den Kreis Kleve gGmbH), noch mal die Bedeutung des Hilfsangebotes für die betroffenen Kinder und die Eltern.


Hohe Förderquote

Die Zahl der in den beiden Einrichtungen in Kevelaer und Kleve geförderter Kinder liegt mittlerweile bei ca. 200. Ein Team aus Heilpädagogen, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, Psychotherapeuten, Kinderärzten und Verwaltungsangestellten stellt dabei kurze Wege sicher. - So müssen Eltern keine Odyssee durch verschiedene Praxen auf sich nehmen, sondern erhalten „unter einem Dach“ alle notwendigen und auf einander abgestimmte Maßnahmen für ihre Kinder. Die fachlichen Standards sind dabei hoch. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verfügen über vielfältige Zusatzausbildungen und fachspezifische Kenntnisse.

Hauptstelle in Kevelaer, Nebenstelle in Kleve

Die Hauptstelle der Frühförderstelle für den Kreis Kleve befindet sich in Kevelaer auf der Bury-St.-Edmunds-Straße in einem gut ausgestatteten Gebäude. Es wird der gemeinnützigen Gesellschaft durch die Aktion Sankt Nicolaus Kevelaer mietfrei zur Verfügung gestellt. Die Nebenstelle in Kleve hat ihr Domizil derzeit noch in einem angemieteten Gebäude, das jedoch  „aus allen Nähten“ platzt. Vor diesem Hintergrund sind über die „Stiftung Wohlfahrtspflege“ und die „Aktion Mensch“ Fördermittel beantragt, um auch für den Standort Kleve ein neues sach- und fachgerechtes Gebäude zu schaffen. Am Leitgraben in Kleve soll daher noch in diesem Jahr mit dem Neubau begonnen werden.

Zeitnahe Förderung – Richtungsweisende Kooperation

Auch das „Alltagsgeschäft“ der Frühförderstelle läuft im Kreis Kleve ohne Reibungsverluste. Die Bearbeitung und Bewilligung der Anträge auf Kos-tenübernahme erfolgen meist innerhalb weniger Wochen. Dies gewährleistet, dass die Kinder nach erfolgter Eingangsdiagnostik zeitnah die notwendigen Fördermaßnahmen erhalten. Auch die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Kinderärzten ist im Kreis Kleve vorbildlich. So stellen die Kinderärzte nicht nur die Verordnung für die interdisziplinäre Frühförderung aus, sie kommen auch regelmäßig in die Einrichtung und beteiligen sich an der Behandlungsplanung. Auch dieses Kooperationsmodell ist richtungsweisend in NRW.
Foto RP vom 30.06.2011

Beim Besuch der Frühförderstelle für den Kreis Kleve in Kevelaer stellten Geschäftsführerin Doris Daniels (li.) und Prokuristin Sonja Barthel Landrat Wolfgang Spreen die Einrichtung vor.

FOTO: PRIVAT

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